47. Instruktion der mährischen Stände für ihre an K. Ferdinand l gesandte Botschaft hinsichtlich der Annahme desselben und der Königin Anna zu erblichen Herrn des Landes, mit Auseinandersetzung einiger Beschwerden gegen Böhmen.

1526. Copie im Archiv des k. k. Ministeriums des Innern in Wien.

Instruction von allen Sienden der Marggrafschaft Merhern dem Bischof und andern Herrn und Gesandten von allen vier Sienden, die sich zu Kunig Ferdinanden und Kunigin Anna fertigen, gegeben.

Erstlich sollt Ir iren kuniglichen Gnaden unser Dinst sagen und daneben, dass wir iren kun. Gnaden gesund und glücklich Regierung zu langer Zeit vergunten.

Daneben sollet Ir iren Gnaden zu Gedechtnus pringen die Antwurt, so wir iren Gnaden bei irer G. Potschaften an dem gehaltnen Landtag gegeben haben, welchermassen wir die Kunigin als ein Erbin und sein kunigl. Gnad als iren Herrn und Gemahel nach irer Gnaden zu Herren angenommen, doch dergestalt, wann Sie uns die Pflicht thuen und unser Freiheit als ire Vorfordern gethan, besieten, wie sich dann ire Gnaden nach berurter gegebner Antwurt zu richten wissen. Demnach so sollet ir an ire Gnaden begern, dass ir Gnaden in diese Markgrafschaft kumben und besieust mit iren Gnaden, dass sie auf ein benannten Tag gen Prinn sich verfuegen und durch ir Gnaden dasjenig volstrecken, so durch irer Gnaden Vorfordern uns beschehen ist und dass wir auch dargegen thun, was irer Gnaden Vorfordern von uns beschehen ist. Und die hernachfolgenden Artikl zeigt iren Gnaden an und begert, dass uns ir Gnaden dabei lassen und diese Artikel in Zeit irer Ankunft unter irer Mt. Insigel besieten.

Diesen Artikel haben wir gesagt E. Ku. Mt. schriftlich zuzusiellen, der uns auch in der Iustruction befolen ist, E. K. Gnaden furzupringen.

Nachmals sollet Ir iren Gnaden sagen: Dieweil es ein pilliche und heilsame Sach ist, einen jeden Menschen zuvorderist umb seiner Seligkeit willen die gröst Sorg tragen, welche Seligkeit on ein rechten christlichen Glauben und die Gesetz Gottes nit mag sein, demnach sollet ir ir kuniglichen Gnaden darumben pitten, dass ir Gnaden uns all und ein jeden bei dem Glauben, götlichen Gesetz und christlicher Andacht beleiben lassen on einicherlei Verhinderung, also dass ein Jeder mug Gott dem Herrn frei und fridlich gedienen neben dem, was ein Jeder neben unsers Herrn Lehr und Gesetz für gut erkennen wurd und dass ir Gnaden uns darin kein Drangnus nit thun oder Jemands zethun gestatten. Jedoch zu einer Einikeit und chrisienlicher Lieb sollet ir kun. Gnaden pitten, dass ir kun. Gnaden bei dem Babst, Kaiser, Kunigen, Fürsien und andern christlichen Herrn handlen, dass sich ir Gnaden mit einander vergleichen wolten, dass ein gemein chrisienlich und ordentlich Concil an einem pillichen Ort auf das beldist angesetzt werd und dass daselbst angezeigt werden möcht, ob etlich ichts irriges erdacht und hielten neben oder wider das Gesetz und die Lehr unsers Herrn, damit dieselben an solchem Concil durch unsers Herrn Gesetz gereformirt wurden.

Und als durch die Gesandten, so ir kun. Gnaden auf dem Landtag zu uns geschickt, uns ist zugesagt worden, uns ir kun. Gnaden bei allen unsern Freiheiten, Rechten, Gaben, Verschreibungen, Ordnungen und alt hergeprachten guten Herkumben, Gewohnheiten und Gerechtigkeiten beleiben zu lassen, pitten wir ir. kun. Gnaden, dass sie uns bei solchen Zusagen beleiben lassen und daneben dass uns ir kun. Gnaden in Zeit ires Lebens kein Herrn in ditz Land geben und uns solches mit irem Brief bestetten, so sie uns zuforderist den Pflichtigen Eid thun, dermassen wie ir Vorfordern gethan haben.

Antreffend die brieflichen Urkunden unter dem Maiestatinsigel, auch ander ir kuniglichen Brief, die mugen ir Gnaden verfertigen und ausgeben aus deren Canzleien, wie iren Gnaden gefallen wirt, also wie ander Kunig irer kun. Gnaden Vorfordern gethan und solches Macht oder Gewalt gehabt haben.

Item kein Herrn sollen wir annemben, dann der frei und niemands verpunden sei. Auch ob ein künftiger Herr dieses Landes werden sollt und sich, zuvor er von uns zu Herrn angenommen, in etwas gegen einer oder mehr Personen verpunden oder verschrieben het, dass solche Verpundnussen oder Verschreibungen kein Statt haben und die Stend ditz Markgrafthumbs niemands gestatten sollen, sich solches zu geprauchen.

Betreffend die rechtlichen Schulden, die nach Kunig Wladislaen und Kunig Ludwigen in dieser Markgrafschaft uberpliben sein, dass ir Gnaden dieselben bezahlen und sich der Bezahlung halben mit den Leuten in einer zimlichen Zeit vertragen.

Die Münz belangend zeigt iren kun. Gnaden, was Schaden ditz Land der Munz halben genommen und auf heutigen Tag nimpt und pit, dass Ir kun. Gnaden in iren Landen die Münz auf ein Korn vergleichen, damit die Land eins von dem andern in Verderben nit gefürt werden.

Sofern ir auch vernemben wurd, dass bei iren kun. Gnaden ichts von einichen Ort gehandelt, so wider dieser Markgrafschaft Märhern Freiheiten, alt Herkumben und Ordnungen gehandlet wird, sollt ir mit iren kun. Gnaden reden und zeigt iren Gnaden von unsern wegen an pittund, dass ir Gnaden uns in solchen Sachen, so unsern Freiheiten und Herkumben Gepreuchen zuwider sein möchten, gnediglich und der Gerechtigkeit nach fürsehen und in das, so uns nachteilig sein möcht, nicht bewilligen, noch solches jemands besteten.

Antreffend den Eid oder Jurament, so die Herrn Beheim an irer kun. Gnaden begeren, wo sein kun. Mt. allen Worten in demselben Eid begriffen, inen den Eid also thun wolt, befinden oder erkennen wir, dass mit solchem Eid den Stenden Í der Markgrafschaft Merhern merklich zu nahend gehandelt wurd und wir bei solchen Freiheiten und Gnaden nit erhalten werden möchten, also wie unsere Vorfordern und wir auch von vorigen Kunigen zu Beheim und unsern Herrn erhalten worden sein; dann den Eid, so wir bei seiner kun. Gnaden pegern uns ze thun, dermassen wie die vorigen Herren bemelter Markgrafschaft gethan, nichts neues erdenkund, möcht sein kun. Gnaden nicht Genuegen thuen von wegen des Eids, den die Herren Beheim von seiner kun. Gnaden begern. Demnach pitten wir sein Gnad als unsern g. Herren, dass sein kun. Gnaden sich I nit begeb in das, so seiner kun. Gnaden Eid zu Schmelerung gedeihen möcht und was wir in solchem von den Herrn Benennen an Euer kun. Gnaden begerten Eid für Beswerung tragen, dasselb ist Euer kun. Gnaden mit mehrer Ausfierung vormals erzählt worden.

Betreffend die Ämbter, als sie diesen Artikel derhalben gestellt, mit Beger, dass inen Euer kun. Gnad denselben besteten wolt, nemblich dass die Ämbter in der Coron Beheim und denen Landen der Coron zugehörig, dass Euer kun. Gnaden an dieselben Ämbter kein andern setzen, noch damit versehen wolle, dann ein gebornen Beheim: gnediger Kunig, wann derselb Artikel von Euer kun. Gnaden neben der Herrn Beheim Begern inen bestet wurd, befinden wir, dass uns Inwonern der Markgrafschaft Märhern treffenlich zu Abpruch reichte und wurden daraus gefürt, dass wir von Alter her in demselben Kunigreich bei den Landämbtern in Prauch gewest sein. Dann das mag bewiesen werden, dass in der Coron Beheim an den Landämbtern mehr geporner Merher gewest, die sich aus der Marggrafschaft Merhern in die Coron Beheim gezogen und darin ihr Wohnung gehabt, dann geporner Beheim auf die Landämbter der Markgrafschaft Merhern besessen. Demnach pitten wir Euer kun. Gnaden als unsern gn. Herrn, die well solchen Artikel nit besteten in Erwegung, dass uns Merhern damit gross Abpruch unserer Gerechtigkeit jezt und kunftiglich beschehe.




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