Úterý 8. øíjna 1878

Nám. nejv. marš.: První pøedmìt rokování jsou zprávy o volbách.

Oberstlandmarschall: Berichterstatter ist L. -A. -B. Dr. Schmeykal.

Ich ersuche ihn die Berichte vorzutragen.

Berichterst. Dr. Schmeykal: Wahlakt der Städte Landskron, Wildenschwert, Böhm. -Trübau. Bei dieser Wahl wurde erst im 2. Wahlgange eine abs. Majorität erzielt u. zw. sind bei diesem 2. Wahlgange 808 Wähler erschienen, von welchen Hr. JUDr. Vašaty 416 Stimmen, Hr. J. Niederle 391 erhielt.

Erstgenannter ist, nachdem die Prüfung keinerlei Anstände ergeben hat, gewählt und wird daher der Antrag gestellt, daß der h. Landtag die Wahl des Hrn. Dr. J. Vašaty zum Abgeordneten der Städte Landskron, Wildenschwert und B. -Trübau agnoscire und den Gewählten zum Landtage zulasse.

Snìm. akt. Lederer: Sl. snìme, raèiž volbu Dr. J. Vašatého za poslance mìst Landškrouna, Ústí nad Orlicí a èeské Tøebové za platnou uznati a zvoleného k snìmu pøipustiti.

Nejv. marš.: Žádá nìkdo za slovo?

Wünscht Jemand das Wort? Diejenigen, welche für den Antrag sind, wollen die Hand erheben.

Kteøí jsou pro ten návrh, nech pozdvihnou ruku.

(Stane se. )                         

Der Antrag ist angenommen.

Berichterstatter Dr. Schmeykal: Wahlakt des Städtewahlbez. Tetschen, Bodenbach, Böhm. Kamnitz und Kreibitz.

Auch in diesem Falle wurde bei der 1. am 19. September gepflogenen Wahl eine abf. Majorität nicht erzielt. Die Wahl wurde am 2. Okt. wiederholt; es erschienen 678 Wähler, Herr Dr. Franz Klier erhielt 403 Stimmen, Hr. F. Preidl 267 Stimmen. Die übrigen Stimmen waren zersplittert.

Hiernach ist Hr. Dr. Klier, Advokat in Tetschen, gewählt und wird der Antrag gestellt, die Wahl des Genannten zum Abgeordneten der Städte u. Industrialorte Tetschen, Bodenbach, B. -Kamnitz, und Kreibitz zu agnosciren und den Gewählten zum Landtage zuzulassen.

Snìm. akt. Lederer: Sl. snìme, raèiž volbu p. Dr. Frant. Kliera za poslance mìst a prùmyslových míst Dìèína, Podmoklí, Èeské Kamenice, Chøíbské za platnou uznati a zvoleného k snìmu pøipustiti.

Oberstlandmarschall: Wünscht Jemand das Wort?

Žádá nìkdo za slovo?

Diejenigen, welche für den Antrag sind, wollen die Hand erheben.

Kteøí jsou pro ten návrh, nech pozdvihnou ruku.

(Stane se. )

Der Antrag ist angenommen.

Berichterst. Dr. Schmeykal: Wahlakt der Städte Hohenelbe, Langenau und Arnau

Auch in diesem Falle ist bei der am 19. Sept. 1878 vorgenommenen Wahl ein Resultat nicht erzielt worden. Die Wahl wurde am 30. Sept. wiederholt. Es erschienen 434 Wähler und es erhielt Herr Dr. Hermann Hallwich 287, Herr Dr.. Kopf 127 Stimmen. Die übrigen waren zersplittert. Hiernach erscheint Hr. Dr. H. Hallwich, gewählt und es wird Beantragt, der hohe Landtag wolle die Wahl des Hrn. Dr. Hallwich als Abgeordneten für die Städte und Industrialorte Hohenelbe, Langenau und Arnau agnosciren und den Gewählten zum Landtage zulassen.

Snìm. akt. Lederer: Slavný snìme, raèiž volbu p. Dr. Heømana Hallwicha za poslance mìst Vrchlabí, Lounova a Hostinného za platnou uznati a zvoleného k snìmu pøipustiti.

Nejv. marš.: Žádá nìkdo za slovo?

Wünscht Jemand das Wort?

Kteøí jsou pro ten návrh, nech pozdvihnou ruku.

Diejenigen, welche für den Antrag sind, wollen die Hand erheben.

(Geschieht. )

Der Antrag ist angenommen.

Der nächste Gegenstand ist der L. -A. Bericht betreffend den Zustand des Volksschulwesens für das Jahr 1878.              

Berichterstatter ist Herr L. -A. -Beisitzer Dr. Volkelt. Ich ersuche ihn den Bericht vorzutragen.

Nám. nejv. marš.: Nejblíže pøíští pøedmìt rokování jest zpráva zemského výboru o stavu školství národního v r. 1878.

Ref. Dr. Volkelt: Hoher Landtag!

Der period. Bericht, welchen der Landesausschuß über den Zustand des Volksschulwesens im Königreiche Böhmen erstattet hat, liegt bereite seit 2 Tagen vor und ist in den Händen der einzelnen Mitglieder des hohen Hauses. Mit Rücksicht auf den namhaften Umfang dieses Berichtes glaube ich im Sinne des h. Hauses zu handeln, wenn ich den Antrag stelle, es wolle Umgang genommen werden von der Vorlesung dieses Berichtes.

Navrhuje se, aby tato zpráva pøeètìna nebyla.

Oberstlandmarschall: Wünscht Jemand das Wort?

Žádá nìkdo za slovo? Kteøí jsou pro ten návrh nech pozdvihnou ruku.

diejenigen, welche für den Antrag sind, wollen die Hand erleben.

(Geschieht. )

Der Antrag ist angenommen.

Ref. Dr. Volkelt: In formeller Rücksicht wird nun beantragt, daß dieser Bericht der Schulkommission zur Prüfung und Antragsstellung zugewiesen werde.

Navrhuje se, aby se tato zpráva odkázala školní komisi k tomu úèeli, by ji prozkoumala a èinila své návrhy.

Nejv. marš.: Kteøí jsou pro ten návrh, nech pozdvihnou ruku.

Diejenigen, welche für den Antrag sind, wollen die Hand erheben.

(Geschieht. )

Der Antrag ist angenommen.

Der nächste Gegenstand ist der Bericht des L. -A. mit dem Voranschlage des Volksschulwesens für das Jahr 1879.

Nám. nejv. marš.: Pøikroèí se k jednání o zprávì zemského výboru s rozpoètem národních škol na r. 1879.

Oberstlandmarschall: Berichterstatter ist derselbe.

Ref. Dr. Volkelt: Hoher Landtag!

Der Landesausschuß beehrt sich in der Nebenlage den von dem k. k. Landeschulrathe auf Grund der von ihm geprüften Schülbezirkspräliminarien den rubrikenweise verfaßten Voranschlag des Bedarfes des Volksschulwesens für das Jahr 1879 zur verfassungsmäßigen Behandlung vorzulegen.

Nach diesem Voranschlage beziffert sich der gesammte Bedarf für das genannte Jahr mit.... 6, 137. 148 fl. 77 kr. zu welchem der k. k. Landesschulrath inhaltlich seiner Zuschrift vom 21. Septemder 1878, Z. 21028 einen Betrag aus Landesmitteln

pr...... ......2, 782. 448 fl. 54 ½ kr.

beansprucht.

Dieser beanspruchte Beitrag übersteigt den in das Landes-Budget pro 1879 eingestellten Beitrag

pr...........2, 182, 541 fl. - kr.

um..........599. 907 fl. 54½ fr.

und findet diese Uebersteigung darin ihre Erklärung, dass bei Verfassung des Landesbudgets der wirkliche auf Grund der geprüften Präliminarien sichergestellte Beitrag dem Landesausschuße noch nicht bekannt war und sonach sich derselbe zu Folge des diesbezüglichen Landtagsbeschlußes veranlaßt sah, lediglich den Landesfondsbeitrag des Jahres 1878 einzustellen.

In formaler Hinsicht wird die Zuweisung dieses Aktes der Budget-Kommission beantragt.

Navrhuje se, by tato zpráva byla odkázána budžetní komisi.

Posl Jireèek: Žádám o slovo.

Nejv. marš.: Pan poslanec Jireèek má slovo.

Posl. Jireèek: Já bych si jen dovolil žádati, aby rozvrh zemského školního fondu byl tištìn. Tím se nezdrží porada v budžetním výboru.

Na všechen spùsob jest to velmi vážné, aby se vìdìlo, jakým spùsobem se s penìzy k úèelùm školství hospodaøí.

Nehledíc na to, v budžetním výboru se vìc mùže vyøíditi bez prùtahu, ale na každý spùsob jest žádoucno, aby rozpoèet byl dán do tisku.

Ref. Dr. Volkelt: Ich erlaube mir gegenüber dem Antrage, welcher von Seiten des Herrn Dr. Jireèek gestellt worden ist, darauf hinzuweisen, daß der gedruckte Schulbericht bereits u. z. in der Tabelle 8, bezirksweise den Aufwand und die abgetheilten Gelder u. z. in der nächsten Rubrik enthält.

Der Bericht enthält für das Jahr 1878 die Ausgabe für die einzelnen Bezirke, und mit Rücksicht darauf, daß das Präliminare des Jahres 1879 das Präliminare des Jahres 1878 nur ungefähr um 8000 fl. üdersteigt, dürfte wohl die Ziffer nicht bedeutend geändert sein, und ich glaube, es ist jedenfalls zweckmäßiger, den von Herrn Dr. Jíreèek gestellten Antrag nicht zu berücksichtigen, weil er möglicherweise wieder einen ziemlich langen Aufschub zur Folge hätte, beim der Druck derartiger Tabellen, wie sie hier nothwendig sind, würde viel Zeit erfordern.

J. Exc. p. Jireèek: Ja si dovoluji návrh svùj vzíti nazpìt následkem vysvìtlení, které uèinil p. zprávodaj.

Oberstlandmarschall: Wünscht noch Jemand das Wort?

Žádá nìkdo za slovo? Kteøí jsou pro ten návrh, nech pozdvihnou ruku.

Diejenigen, welche für den Antrag sind, mögen die Hand erheben. (Geschieht. )

Der Antrag ist angenommen.

Der nächste Gegenstand ist:

Landesausschußbericht mit dem Präliminare das Landeslehrerpensionfondes pro 1879.

Nám. nejv. marš.: Nejbližším pøedmìtem rokování je zpráva zemského výboru s rozpoètem pensijního fondu uèitelstva na rok 1879.

Oberstlandmarschall: Berichterstatter ist derselbe.

Berichterstatter Dr. Volkelt: Hoher Landtag!

Der Landesausschuß beehrt sich in der Nebenlage den vom k. k. Landesschulrathe verfaßten Voranschlag des Landeslehrerpensionsfondes für das Jahr 1879 vorzulegen.

Nach diesem Voranschlage beziffern sich die Ausgaben dieses Fondes mit.... 514. 747 fl.

die Einnahmen mit.......190. 344 fl.

so daß sich ein Abgang von.... 324. 403 fl. für das Jahr 1879 ergibt, welcher nach g. 77 des Gesetzes vom 19. Dezemder 1875 aus Landesmitteln zugeschoßen werden muß.

Indem der Landesausschuß sich die Bemerkung erlaubt, daß bezüglich der Rubriken "Aktivinteressen" und "Gebahrungen des Schulbücherverlages" noch einige Aufklärungen von Seite des k. k. LandesSchulrathes nöthig erscheinen, stellt er in formeller Beziehung den Antrag:

Der hohe Landtag wolle diesen Voranschlag der Budgetkommission zur Vorberathung zuweisen.

Slavný snìme, raèiž rozpoèet tento komisi budžetní k pøedbìžné poradì pøikázati.

Oberstlandmarschall: Wünscht Jemand das Wort?

Žádá nìkdo za slovo? Kteøí jsou pro ten návrh, nech podzvihnou ruku.

Diejenigen, welche für den Antrag sind, mögen die Hand erheben. (Geschieht. )

Der Antrag ist angenommen.

Landesausschußbericht, betreffend den Ankauf der Realität Nr. 128-III. (Jesuitengarten) zur Errichtung einer Anstalt für den Reit-, Fechtund Tanzunterricht.

Berichterstatter ist Landesausschußbeisitzer Freiherr von Peche.

Nám. nejv. marš.: Zpráva zemského výboru v pøíèinì koupì majetku è. p. 128-III. v Praze, nazvaného "Jezovitská zahrada" ku zøízení ústavu pro vyuèování jízdy, šermu a tìlocviku.

Landesausschußbeisitzer Freiherr von Peche: Hoher Landtag!

Mit Hinweis darauf, daß sich der gedrückte Bericht über diese (Rufe: "na hlas!") Vorlage in den Häuden der geehrten HH. Abgeordneten befindet, werde ich mir erlauben bei Vortrag desselben nicht immer (Rufe links: "Zde nahoøe není pra nic slyšet. ") (lauter) Mit Hinweis darauf, daß sich der gebruckte Bericht über diese Vorlage in den Händen der geehrten HH. Abgeordneten befindet, werde ich mir erlauben bei Vortrag des Berichten nicht eben wörtlich zu lesen.

In der Sitzungen des hohen Landtages vom 11. April 1876 wurde beschlossen, aus Mitteln des gräflich Straka'schen Reservefondes eine Anstalt für Reit-, Fecht- und Turnunterricht zu errichten, hiezu die Zustimmung der k. k. Regierung als obersten Stiftungsbehörde einzuholen und den Landesausschuß zu ermächtigen, bei sich darbietender günstiger

Gelegenheit eine den räumlichen Auforderungen einer solchen Anstalt angemessene und in Berücksichtigung aller Interessen günstig situirte Realität zum Zwecke der Errichtung dieser Anstalt aus den Mitteln des gräflich Straka'schen Reservebaufondes gegen nachträgliche Genehmigung des hohen Landtages zu erwerben - sowie über den Ban dieser Anstalt, die innere Einrichtung und Verwendungseintheilung den Plan und Kostenüberschlag dem hohen Landtage zur Genehmigung vorzulegen.

Mit der a. h. Entschließung vom 19. Jänner 1877 haben Se. k. und k. Apostolische Majestät die Verwendung des gräflich Straka'schen Reservebaufondes zur Errichtung einer Anstalt für den Reit-, Fecht- und Turnunterricht der Straka'schen Stipendisten in Prag a. h. zu genehmigen geruht.

An diese a. h. Bewilligung wurde zufolge Erlasses des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht vom 22. Jänner 1877 der Vorbehalt geknüpft, daß sowohl die Ratifikation des über den Ankauf der Bau-Area zu errichtenden Kaufkontraktes, sowie die Genehmigung der Kostenüderschlage des Baues selbst der k. k. Regierung als obersten Aufsichtsbehörde über das Vermögen von StipendienStiftungen vorbehalten bleibe.

Von dieser a. h. Schlupfassung und den daran geknüpften Bedingungen wurde der Landesausschuß mit Note der k. k. Statthalterei vom 5. Februar 1877 in Kenntniß gesetzt, und war hiedurch in der Lage zur Ausführung der Beschlüße des hohen Lantages vom 11. April 1876 zu schreiten, wobei seine Bestrebungen zunächst auf die Erwerbung eines allen Anforderungen möglichst entsprechenden Bauplatzes gerichtet waren.

Die Gesichtspunkte, von welchen der Landesansschuß bei Verfolgung dieses Zweckes ausgegangen ist, sind in seinem gedruckten Berichte des weitern enthalten.

Es mußte dem Landesausschuße willkommen erscheinen, als ihm im Verlaufe privater mit der nothwendigen Reserve geführter Verhandlungen zu Folge des von Anna Vertoni unterm 18. August 1877 eingebrachten Offertes ihrer Realität Nr. C. 128-III. Jesuitengarten genannt, die Gelegenheit geboten wurde, eine Bau=Area zu erwerben, welche nach den gepflogenen Erhebungen den gestellten Anforderungen in jeder Richtung hin entspricht.

Diese am linken Moldauufer der unteren Kleinseite Prags gelegene Realität ist ein stadtbücherlicher Besitz, welcher mit dem Gesammtausmaße von 10610□ Klafter den Flächenraum zwischen der Civilund Militärschwimmschule einnimmt, einerseits von der Moldau, anderseits von fortifikatorischen Gründen begränzt nach Länge und Breite eine angemessene Situirung aufweist.

Ihr gegenüber, am rechten Moldauufer, befindet sich der neue Altstädter Quai mit dem eben im Bau begriffenen Künstlerhause, an welches sich

wohl bald andere öffentliche und private Bauwerke anschließen werden.

Der Zugang ist von der Alt- sowie Neustadt aus mittelst des Kettensteges und einer vielbenützten Ueberfuhr vermittelt, und sind weitere und Bequeme Communicationen für den Wagenverkehr und für Fußgänger bei der von der Stadtgemeinde beabsichtigten Regulirung der an beiden Woldauufern gelegenen Stadttheile in naher Zukunft zu gewärtigen.

Die unmittelbare Nähe der von Stadtbewohnern mit Vorliebe besuchten Kronprinz RubolfAnlagen (des Belveders) - sowie der beiden Bade- und (Schwimmanstalten kann wohl auch als ein die Zwecke des zu errichtenden Unterrichts Institutes förderndes Moment Bezeichnet werden.

Der sogenannte Jesuitengarten ist aber so gelegen, daß bei wohlwollendem Zusammenwirken aller betheiligten Faktoren ohne desondere Schwierigkeiten die Herstellung von Communicationen mit den Kronprinz-Rudolf-Anlagen und dem Bubentscher Parke in einer Weise möglich erscheint, wie sie Bequemer und näher von einem anderen Punkte der Stadt kaum erzielbar sind.

Die Lage der Realität NE. 128-III. kann hiernach als eine äußerst günstige bezeichnet werden, und bietet dieselbe wie aus der zuliegenden Planskizze geneigtest ersehen werden Wolle, zureichenden Raum zur Herstellung aller für die vorgezeichneten Zwecke erforderlichen Anlagen.

Sind auch die zu errichtenden Excercitien- Anstalten in erster Reihe für den Unterricht der gräflich Straka'schen Stiftlinge bestimmt, so dürste es doch als zweckdienlich angesehen werden, daß deren Anlage, weil für die Gebrauchsdauer kommender Zeiten berechnet, und um den neuesten Erfahrungen und Bewährten Systemen zu entsprechen, nicht in Beengten Formen zur Ausführung gelange, dieß umsoweniger, als diese Anstalten nach ihrer Bollendung gleichmäßig auch für die Unterrichtszwecke der Landesstipendisten zu dienen und unbeschadet ihrer vorzugsweisen Widmung der öffentlichen Lehrbenützung zugänglich zu machen sein werden.

Für alle diese Zwecke Bietet nun der sogenannte Jesuitengarten mit dem Flächenmaaße von 10-610 Klaftern mehr als zureichenden Raum.

Es wurde bereits erwähnt, baß Bei der Auswahl eines Baugrundes für die zu errichtenden Anstalten neben der Eignung besselben auch die möglichst billige Erwerbung angestrebt werden mußte.

Nach mehrmonatlichen, mit aller Umsicht und unermüdeter Ausdauer geführten Verhaudlungen wurbe von der genannten Besitzerin das erwähnte Offert mit Fixirung eines Kaufpreises von 145000 fl. erzielt und gab Offerentin die Erklärung ab, mit diesem derkaufsanbote bis Ende Dezember 1877 im Worte zu verbleiben.

Nach diesem Anbote beziffert sich der für ein Quadratklafter angesprochene Kaufpreis auf nicht ganz 14 fl., ein Preis, welcher nach den bestehenden Sokalverhältnissen und bei dem hohen Werthe der innerhalb der Stadt und deren nächsten Umgebung gelegenen Bau- und Gartengründe als relativ niedrig angesehen werden kann, und nur in der Ausdehnung des Objektes, den gegenwärtigen, speculativen Unternehmungen abträglichen Zeitverhältnissen und der eingeschlossenen Lage des Grundstückes seine Erklärung findet.

Nach eingehender Erwägung aller maßgebenden Momente einigte sich der Landesausschuß in dem Beschlusse: die rechtsverbindliche Zusage des Fräuleius Anna Bertoni, mit ihrem Verkaufsanbote Bis Ende Dezember 1877 im Worte zu stehen anzunehmen, und dieselbe zu verständigen, baß ihr Anbot vom Landes-Ausschusse in weitere Verhandlung gegogen werde.

Von diesem Beschusse und den ihm zu Grunde liegenden Motiven wurde die k. k. Statthalterei mit dem Ersuchen in Kenntniß gesetzt:

als oberste Stiftungsbehörde des Landes die Wahl des vom Landesausschuße in Aussicht genommenen Bauplatzes zur Errichtung der näher bezeichneten Unterrichtsanstalt unbeschadet des Vorbehaltes seinerzeitiger Genehmigung des KaufsVertrages und des Baukostenvoranschlages gutzuheißen und unter Bekanntgabe des Sachverhaltes und ihrer eigenen Anschauung bei der kompetenten Militärbehörde die Zusicherung zu erwirken, daß die auf dem zu erwerbenden Bauplatze projectirte Errichtung einer Unterrichtsanstalt als zuläßig erkannt werbe.

Um ein weiteres verläßliches Substrat zur Beurtheilung der Eignung der Realität für Bauzwecke zu erlangen, fand sich der Landesausschuß veranlaßt, eine eigene Fachkommission zu berufen und selbe mit der Prüfung des in Aussicht genommenen Bauplatzes in technischer Beziehung, insbesondere aber bezüglich der Niveau-Verhältnisse und der Bodenbeschaffenheit des Untergrundes sowie Bezüglich der Zuläßigkeit der Erhöhung des Terrains über das Inundationsniveau und des hiemit verbundenen Kostenpunktes zu betrauen.

In diese Commission wurden als Sachverständige gewählt: der k. k. Baurath Franz Siedek, k. k. Oberingenieur Earl Ullrich, k. k. Professor und Architekt Josef Zitek und Landesingenieur Franz Riedl.

Die so zusammengesetzte Commission hat sich der ihr übertragenen Mission mit anerkennengwerther Bereitwilligkeit unterzogen, die ihr zur Beantwortung vorgelegten Fragen mit Benützung der vorhandenen Niveau- und Regulirungs-Pläne in eingehende Berathung genommen und das hier in den Akten zuliegende schriftliche Gutachten als das Resultat wohlerwogener Ueberzeugung und einstimmigen Beschlußes abgegeben.

Die Commission gelangte hiernach einstimmig zu der Schlußfolgerung, daß die beschriebene Realität in technischer Beziehung überhaupt, für die zu errichtende Unterrichtsanstalt aber als vorzugsweise geeignet mit dem Beisatze zur Erwerbung empsohlen werden, könne, daß deren praktische Verwerthung die Eröffnung einer über den höchsten Wasserstand gelegenen bequemen Zusahrtsstrasse erheische.

Mittlerweile kam dem Landesaussschuße die Note der k. k. Statthalterei vom 13 November 1877 zu, wonach das k. k. General-Commando in Prag über die diesfalls gestellte Anfrage Bekannt gegeben habe, daß wider den Bau; einer Anstalt zu dem genannten Zwecke auf dem Grunde des Jesuitengartens aus fortifikatorischen Rücksichten gegen Einlegung des Demolirungsreverses kein Anstand obwalte, die Ausführung aber der Genehmigung des k. k. Reichskriegsministeriums bedürfe, weil der besagte Baugrund im Bauverbotg-Rayon gelegen sei.

An diese Mittheilung knüpfte die k. k. Statthalterei die Anfrage, ob der Landesausschuß ungeachtet, der von der Militärbehörde gestellten Bedingungen die Erwerbung des fraglichen Baugrundes für angezeigt erachte.

Hierüber wurde die motivirte Erwiederung und zwar im bejahenden Sinne an die k. k. Statthalterei vom Landesausschusse gerichtet. In Erlebigung dieses Dienstsschreibens wurde dem Landesausschusse mit Statthaltereinote vom 26: Dez. 1877 eröffnet, dass. Se. Excellenz der k. k. Minister für Cultus und Unterricht laut Erlasses vom 24. Dezember 1877 gegen das Vorhaben des Landesausschusses für Zwecke der zu errichtenden Reit-, Fecht-, unb Turnanstalt die auf der Kleinseite Prags gelegene Reatifät NC. 128 käustich zu erwerben, beziehnngsweise den, Betrag von 145. 000 fl. zum Ankaufe derselben zu verwenden, von seinem Standpunkte aus einvernehmlich mit dem k. k. Ministerium des Innernn keine Einwendung zu erheben sinde.

Da hiemit alle Vorfragen-, von welchen der definitive Abspruch über das gestellte Verkaufsanbot abhängig war, ihrer befriedigenden Lösung zugeführt waren, faßte der Landesausschuß unter dem 28. Dezember -1877 den Beschluß das Ver= kaufsanbot anzunehmen, und die Eigenthümerin hievon zu verstäudigen:

In weiterer Ausführung dieses Beschlusses wurbe zwischen dem Landesausschuse in Bertretung des gräflich Straka schen Stiftungsondes der Besitzerin Bertoni als bücherlich vorgeschriebenen Eigenthümerin der Realität der hier sammt dem neuesten Grundbuchsextrakte in Abschrift beigeschlossene Kauf- und Berkaufsvertrag abgeschtossen, nach erfolgter Genehmigung der k. k. Statthalterei als Stiftungs-Oberauffichts-Behörde die BücherlicheBorschreibung veranlaßt unb die Zahlung des nach

Abrechnung einer für die böhmische Sparkassa ob dem verkauften Reale noch aushafteinden resitichen Forderung pr. 8659 fl. 1 kr. resultirenden Kaufschilllingsresteg unter Ausgleich der gegenseitigen Guthabung geleistet.

Der Landesausschuß glaubt nun die Erwar= tung hegen zu dürfen, daß er durch die Erwerbüng des mehrbezichneten Baugrundes für die zu errichtenden Exercitien-Anstalten, dem ihm diesfall geworbenen Auftrage und den Intentionen des hohen Landtages entsprochen habe.

Im Besitze eines geeigneten Bauplatzes säumte der Landesausschuß nicht, Einleitungen zu treffen, um im Sinne des hohen Landtagsbeschlusses die Verfassung des Planes und Kostenüberschlages üßer den Bau der zu errichtenden Unterrichtsanstalt zu ermöglichen.

Um eine sichere Bürgschalt für die befriedigende Lösung dieser Aufgabe zu Besitzen, hielt es der Landesausschuß für zweckdienlich, mit der Ausarbeitung des Bauprogrammes und Erstattung ber auf dessen Durchführung abzielenden Anträge ein eigenem Fach-Comizé unter dem Borsitze des Lan= desausschuß-Referenten zu Betrauen.

Als Mitglieder dieses Comité wurden vom Landesausschuß gewählt: die Herren Landesausschußbeisitzer JUDr. Anton Waldert und JUDr. Johann Volkelt, Eisenbahndirektor Löw, der k. k. Professor uns Architekt Josef Zitek und Landesingenieur Franz Riedl;

Ferner wurde der im Equitationswesen erfahrene k. k. Rittmeister und Eskadrons=Comman= dant Herr Viktor Muillard eingeladen an den Berathungen theilzunehmen und Beschlossen, auch die betheiligten Landes-Exercitienmeister, Neitschul-Direktor Püner, Fechtmeister Hergsel und Turnlehrer Malypeter in das Comité zu berufen.

Die genannten Herren nahmen diese Berufung mit gewohnter Bereitwilligkeit an, und einigte sich das: Comité in seiner ersten am 1. März l. J. stattgehabten Sitzung in dem Beschluße, die diesfälligen Berathungen nicht allein auf die Conficirung des Bauprogrammes im engeren Sinne zu Beschränken, sondern auf alle administrativen und technischen Fragegen auszudehnen, welche mit dem beabfichtigten Baue im untrennbaren Causalnexus stehen.

Von diesem Gesichtsspunkte ausgehend wurde von dem Comite die Meinung ausgesprochen und Begründet, daß es, um in weitere Beratungen eintreten zu können, unerläßlich erscheine, einerseits das Ersorderniß der in den aufzuführenden Gebäuden unterzubringenden Exercitien-Anstalten sowohl Bezüglich des Raumes, als auch der Einrichtung ficherzustellen, anderdeits aber die künftige Begrenzung ber Ban-Area kennen zu lernen, um über die Hebung der Gebäude, die Art und Weise der Anschüttung und sonstige Maßnahmen ein Begründetes Urtheil abgeben zu können.

Da nun bei der Prager Stadtgemeinde schon früher Verhandlungen wegen Führung ber fogenannten auch schon in ber vorliegenden Planskizze angedeuteten Belvederstrasse über den Besitzstand Nr. C. 128-III. mit der Ausmündung unterhalb des Blindeninstitutes gepflogen wurden und die Herstellung dieses für die kürzeste und bequemste Verbindung ber Kleinseite mit ber Kaiser Franz Josefs-Brücke, sowie den Vororten Bubna und Holleschowitz dienlichen Strassenzuges nur wegen ber Bezüglich der Ueberlassung des benöthigten Grundes sich ergebenden Hindernisse unterblieben War - ferner auch die Regulirung des linken Moldauusers und des an den Besitzstand Nr. E. 128-III. anstoßenden Stadttheiles einen Gegenstand der Berathung im Schooße der Prager Gemeindevertretung gebildet haben, so beantragte das Comité, es möge vor Allem dem Prager Stadtrathe der Ankauf ber Realität Nr. C. 128 Sowie die Absicht daselbst Gebäude für Unterrichtszwecke aufzuführen mit der Anfrage bekannt gegeben werden, ob seitens der Prager Stadtgemeinde die Herstellung der im Lagerplane verzeichneten fogenannten Belvederstrasse und mit welcher Richtungslinie -- Sowie auch eventuell eine Regulirung des Kleinseitner Moldauufers beabsichtigt werbe und in welchem Stadium sich die diesfälligen Verhanblungen Befinden.

Gleichzeitig wurben die Vorstände der Exercitienanstalten aufgefordert, für je ihr Ressort einen möglichst detaillirten und begründeten Erfordernißausweis auszuarbeiten und behufs weiterer Berathung schriftlich einzubringen.

Ueber das an den Prager Stadtrath gerichtete Bezügliche Belangen, werben seitens der Stadtgemeinde Prag wegen Ausführung der mehrgedachten, die Realität Nr. C. 128 durchschneidenden Belvederstrasse neuerliche, mit Zeit- und Müheaufwand verbundene technische Erhebungen gepflogen und das hiernach verfaßte Bau-Project erst kurz vor Zusammentritt des hohen Landtages dem Landesausschuße zur Einsicht und Meinungsäußerung übergeben.

Die hiedurch in der Berathung der Baufrage über die Exercitienanstalten eingetretene Verzögerung erscheint hiernach als eine nothwendige und in ber Natur der Sache, gelegene, weshalb auch der Landesausschuß nicht in der Sage ist, dem hohen Landtage im Laufe dieser Session das Bauprojekt vorzulegen.

Dem Auftrage des hohen Landtages vom 11. April 1876 entsprechend wurben, um leicht realisirbare Werthe zu besitzen, die dem Reservebaufond zufallenden Ueberschüße des gräflich Strakaschen Stiftungsfondes Bei der Böhmischen Sparkassa angelegt, und war es hiedurch möglich, den Kaufschilling für die Realität Nr. C. 128 sammt der Uebertragungsgebühr aus den vorhandenen Baarvorräthen, sowie den Sparkassaeinlagen zum größten Theile zu Bestreiten, so daß lediglich ein Betrag von 41. 440 fl. 11 kr. dem gräflich Straka'schen Stiftungsfonde vorschußweise entnommen wurbe, um nicht die dem Baufonde gehörigen 5% tigen Pfandbriefe der Böhmischen Hypothekenbank Sofort begeben zu müßen.

Gegenwärtig Beziffert sich das Vermögen des Reservebaufondes auf 314. 653 fl. 99 fr. nom., wovon 308. 500 fl. nom. auf Pfandbriefe ber Böhm. Hypothekenbank entfallen, 5323 fl. 48 kr. Bei ber Böhm. Sparkasse eingelegt sind und 830 fl. 51 kr. als Baarschaft verwiesen werben.

Der für das Jahr 1877 ermittelte, dem Reservebaufonde zuzuführende Ueberschuß des gräflich Otraka'schen Stiftungsfondes ist mit 31753 fl. Berechnet und für das Jahr 1878 ein weiterer Ueberschuß von 29508 fl. präliminirt.

Es kann sonach das Vermögen des Reservebaufonde mit Ende des Jahres 1878 Beziehungsweise nach Zuführung des für dieses Jahr in Aufsicht genommenen Ueberschußes rund mit 375. 800 fl. veranschlagt werden.

Hierauf haften aus dem Vertrage über den Ankauf ber Realität lediglich das zu Handen ber Böhmischen Sparkassa versicherte und zur Rückzahlung Bereits in Aussicht genommene Darlehenskapital pr. 8505 fl. 43 kr. und der dem Stiftungsfonde entnommene Vorschuß von 41. 440 fl. 10 kr., nach Abrechnung welcher Beträge immerhin mehr aß 325. 000 fl. disponibel verbleiben, eine Summe, Welche die Sofortige Inangriffsnahme des Baues auf Grund genehmigter plane ohne Bedenken gestattet.

Nun hat sich ber h. Landtag zufolge des am 11. April 1876 gefaßten Beschlußes die Genehmigung des Planes und Kostenüberschlages vorbehalten, welche Genehmigung in gleicher Weise von der Stiftungsbehörde und überdies auch vom k. k. Reichskriegs-Ministerium in Anspruch genommen wird. - Der Landesausschuß kann sich dem gegenüber nicht der Besorgniß verschließen, und hält sich für verpflichtet, derselben im Interesse ber Sache Ausdruck zu geben, baß Bei strikter Festhaltung an dem citirten h. Landtagsbeschluße die Inangriffnahme des Baues und sonach die Verwirklichung des angestrebten Zweckes allzuweit hinausgeschoden Werben könnte, zumal die nothwendigen Vorverhandlungen mit ber Prager Stadtgemeinde und die Erzielung ber Genehmigung des Bauprojekts seitens ber k. k. Militärbehörde voraussichtlich einen längeren Zeitraum Beanspruchen dürsten und dieselben möglicher Weise zu einer Zeit ihren Abschluß fänden, wo die Einholung ber Genehmigung des hohen Landtages für das Bauprojekt möglicher Weise in weite Ferne gerückt wäre.

Es könnte hiebei leicht und gewiß gegen die Absicht der humanen Tendenz des hohen Landtages


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