44. Der (chursachs.) Obersten berichten an die bohmischen Stande, dass sie in der Verteidigung wider die Angriffe K. Ferdinands Joachimsthal eingenommen haben.
JOACHIMSTHAL, 20. Mart. 1547. – Copia des grossh. Ges.-Arch. in Weimar. Reg. J. Nr. 19. Fol. 317.
Unser freundlich und ganz willige Dienste zuvorn. Wolgebornen, edlen, ehrenfesten, erbarn, ehrsamen und weisen lieben Freunde, gnedige Herrn, lieben besondern und guten Freund. Nachdeme euch und meniglieli wissende und unverborgen ist, welcher Gestalt und aus was gesuchtem Schein Konig Ferdinandus sampt etzlichen seinem Anhang zuforderst aber uf des Kaisers nichtig Acht sich angemasst, dem Churfursten zu Sachsen und Burggrafen zu Magdenburg, unserm gnedi-gisten Herrn Ihrer churf. Gr. von Gott dem Allmachtigen verliehene und anererbte Lande und Fursten-thumb wider Gott, Recht und den gemeinen Landfrieden, dazu wider die Erbeinigunge und andere Vertrage, so die Cron Behem mit Ihren churf. G. und dem Haus zu Sachsen ein lange Zeit gehabt und nach, die auch Ihr churf. G. ihrestheils nachmals zu halten bedacht, do Ihr churf. G. in vor-gedrengten Defensionzuge ausseiLands gewesen, anzugreifen, abzudringen und dieselben auch zum Theil, dahin der Zug gegangen, geblundert, das Ihre genommen und also in Grund verderbet, dazu auch eins Theils todgeschlagen, auch durch die Hussern mit Weibern und Jungfrauen schendlich und erbermlich umbgegangen und gebaret, und mit was Unchristlichkeit mit etzlichen Pfarrern gehandelt worden. Wie wol nun der Feindes Briefe, so uf Bereich bemeltes Konigs aussagen die Cron Behem, als sollte sich die auch feindlich darinnen erkleren, mit eingezogen, so wissen doch Ihr churf. G., dass E. G. und ihr das wenigiste anfenglich darumben nichts gewusst, vielweniger dazu gerathen noch geholfen und uber die Grenz zu ziehen nicht haben wollen bewegen lassen und obwohl Ihr churf. G. zu denjenigen, die zuwider der Erbeinigunge in des Konigs und seiner Anhenger Hulfe sich eingelassen, und wie obgemelt, Ihr churf. G., und derselben Underthanen, ane einiche Ursachen mit Gewalt und der That also uberfallen und beschedigt, mit gleicher Ellen und Mass wie Ihren churf. G. und den ihren besehenen, zu messen gnugsame Ursachen hetten, dass sie dann auch sonder Zweifels meniglieli mit Fugen nicht werden zu vordenken noch zu vorweisen haben, so wollen doch Ihr churf. G. als die, so die Erbeinigunge und Vertrage, ungeachtet dass der Konig und etliche der Cron zugethan, so sich ihm anhengig gemacht, daraus geschritten und dawider unchristlich gehandelt, zu halten bedacht, gleiche oder andere Schwindigkeit nicht furnemen. Weil sich aber gleichwol, do Ihr churf. G. dazu gar nichts theten, zu vormuthen, diejenigen, so wie vorstehet, sich in des Konigs Hulf zuvor eingelassen, mochten, ungeachtet dass es euch andern zum hochsten entgegen, ferner uf des Konigs Begehrn solches nachmals zu thun nicht underlassen, darumben weil aus dem Joachimstal der erste Angriff in unsers gnedigisten Herrn Furstenthumb mit ihrer Hulf geschehen, haben von wegen Ihr churf. G. wir den Joachimstal eingenommen, nicht der Meinung, der Cron Behem dadurch an ihrer Gerechtigkeit das wenigiste zu entziehen nach abzuwenden, sondern dass Ihr churf. G. dadurch solches vorkommen und ihre Land und Leute soviel mehr geschutzt und beschirmbt werden mogen, wie wir sie dann auch in keine Huldung nicht genommen, sondern sich lauts inliegender Copien verpflichten lassen. Sind wir sonders Zweifels, es wirdet euch als denen, welchen anfenglich und bis dahero des Konigs seiner Helffer und Anhenger thetlich und feindlich Beginnen zuwider gewesen, mehr gefellig dann entgegen sein, und euers Theils die Erbeinigung und andere Vertrage zu halten und denen zu geleben nichts wenigers dann Ihr churf. G. geneigt gewilliget sein. Wir wollen uns auch versehen, die Joachimstaler werden sich auch in euren Schutz erheben, ihr sie darein auch nehmen und wie zuvorn Proviant und anders zur Notturft zugehen lassen, wie wir dann auch hiermit darumben freundlich dienstlich und gunstig wollen gebeten haben. Solches alles zeigen wir euch darumben an, damit es vielleicht anders an euch mochte gelangen ihr das Wissenschaft haben und nicht darfur erachten mocht, dass es der Cron Behem zu einichem Nachtheil furgenommen oder gemeint sei, und seind E. churf. G. und euch, freundlich und mit allem Fleiss
Datum im Sant Joachimstal Sontags Letare anno 47.
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Heinrich Reuss von Plann der Elter Herr zu Graitz und Granichfeldt, Jorg Edler von der Plaunitz und Wilhelm Thumbsschirn. |
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