21. Nachricht uber die Verhandlung des Konigs Ferdinand mit den bohm. Standen in Leitmeritz wegen der dem Herzog Moritz von Sachsen zu leistenden Hilfe. (Fragment).
um den 11. Febr. 1547. – Copia des Gr. Gesammtarch. in Weimar. Reg. J. Fol. 60–76. 1–4.
Zum vierten hab er gehort, dass sie sich ergern, dass er gesaget habe, einer soll sein Weib und Kind umbringen, dass er bei Ehren bleib, da hat er wieder sagen lassen, dass ers also hat gemeint, wenn ein Weib wider Ehr thete, dass er sie umbrechte, dass er bei Ehren bliebe. Und man hat den ganzen Tag gehandelt, haben aber wider die erste Handlung nichts wollen beschliessen.
Zum funften, auch hat der Konig sich geruhmet, dass die Krone Beheim bei keinem Konig so viel habe zugenommen, als bei ihme, das rume er sich.
Und haben 12 Personen aus den drei Standen ausgeschlossen, die zum Konige mit der Antwort geschickt. Da hat der Konig zorniglich geantwort, er wolle ziehen, wer mit ihme ziehen wolle, der mags thun, und mas sich schreiben lassen, welche aber nicht wollen, die sollen in des Teufels Namen daheim bleiben.
Uber das hat der Konig nochmals an die drei Stande gelangen lassen, dieweil sie mit ihm nicht ziehen wollen, so begere er, dass sie ihm doch zu solchem Zug etzlich Geld wollten vorstrecken, dann Ihre Mt. Geldes zu solchen Zug benotiget.
Drauf haben etzliche vom Adel und Ritterschaft zu solcher Hilf und Steuer sich schreiben lassen, aber die von Stadten haben gar nichts bewilliget.
Am Montag nach Lichtmess hat man 10 Stuck Feldgeschutz gen Leutemircz sampt 7 Wagen Pulver und 2 Wagen mit Kugeln und 4 Wagen mit Gezeiten bracht, die kamen zuvor am Sonnabend.
Zum siebenden hat die kon. Mt. angezeigent, wie die Sage sei, die kais. Mt. soll itzont grossen Schaden genommen haben. Das sei nicht wahr.
Zum achten: Hat auch der Konig den Standen angezeigent, wie der Echter haben entrinnen mussen, und der Kaiser habe das ganze Reich wieder zum Gehorsam gebracht.
Zum neunten, hat der Konig angezeigt, wie der Echter dem Herzog Moritz in sein Land gefallen sei, und die Stande mit hochstem Fleiss gebeten, dem Herzog Moritzen neben Sein Mt. Hilf und Beistand zu leisten. Auch des Herzog Moritzen Schreiben an die kon. Mt. und die ganze Landschaft besehen vorlesen, welchs in sich helt, dass man aufs eilendeste mit ganzer Macht ihm zu Hilf zukommen wolle vermoge der aufgerichten neuen Erbeinung. Solche Bitte hat die kon. Mt. mit heftigen Weinen gethan, dass auch viel andere mit ihme geweinet und alle Stande heftig ermahnet, dass sie an ihr Ehr gedenken sollen, und ihrer Zusage gnug thun wollen, dann er der Konig wolle selber sampt seinen lieben Sohn mitziehen und umb Ehrentwillen Leib und Leben neben ihnen zusetzen, des er sich genzlich zu ihnen als den lieben Getreuen vorsiehet, thun werden, und ihr Ehr und Pflicht bedenken und nicht daheimen bleiben, wie die alten Weiber hinder dem Ofen, dieweil der Kaiser viel Volk geschickt hat, und der Furst Marggraf Albrecht und Herzog Moritz auch ein grosse Anzahl Volks haben, derhalben wollet euch vor dem grossen Echter nicht furchten, dass er euch fressen wird.
Zum zehenden hat auch der Konig angezeigent, wie der Echter hat zu Leipzig mit Schanden abziehen mussen, da er seinen Knechten zu bezahlen vertrostet hab, so ers erobere, aber es hat ihme gefehlet. Also lest Gott alweg die Ungehorsamen nicht ungestrafet, dass er auch keine Bezalung hat thun mussen.
Zum eilften angezeigent, wie dass der Echter Sunnewalt und Finsterwalt und den Doberlach hat einnemen lassen.
Zum zwolften angezeigent, wie Ihr Mt. wahrhaftig bericht seint, wie etzliche dem Echter den vermeinten Churfursten sollen geschrieben haben, dass er sich nicht besorgen darf, dann sie wollten nicht uber die Grenze ziehen, aber Ihr Mt. glaubens nicht, dass solchs von etzlichen also vorgesslichen bescheen.
Zum dreizehenden, auf solchs alles haben die Stande dem Konig alsbalde Antwort wollen geben, aber Ihr Mt. habe nicht wollen auf den Tag horen.
Auf solchs des Konigs Antragen haben die Stande, die Regenten und Rathe des Konigs angesunnen, sich von den Standen nicht zu trennen lassen, sondern bei ihnen beistendig bleiben, wie die drei Kreis als Leutenmircz (Leitmeritz), Schlan und Sacz beschlossen haben, umb einen Landtag zu bitten. Aber die Regenten und Rathe haben sich einen ganzen Tag berathen, entlich sich von den Standen abgesondert und dem Konig zugesagt, mit ihm zu ziehen, Leib und Leben bei Ihr Mt. zu zusetzen.
Es haben auch die Rathe und Regenten mit grossem Fleiss gebeten dem Konig diesen Zug nicht abzuschlagen, haben aber bei den Standen nichts erhalten mogen.
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