Weil wir aber vermerket, dass der herr obriste canzler die loszahlung der pflicht, sowohl den koniglichen revers bei sich gehabt, haben wir in der antecamera seiner erwartet und umb ausgebung obgemelter stucke angehalten, worauf er uns zwar beide original, unter nro 48, 49 befindlich, zugestehet, aber mit dieser erinnerung, dass wir uns der taxa halber mit ihme abfinden sollten; begehret hiervon, wie wir von andern verstehen konnen, 3000 fl ung. und in die canzlei 1000 taler aus der Ursachen, weil auch die boheimischen stande ein solches erlegten. Uber dieses, so hat der obriste ["obriste" doplneno z budysinske a videnske kopie.] herr canzler, sowohl die canzlei, wie nro 50 ausweiset, auch noch umb die taxa der beiden majestatbriefe stark anhalten lassen. Wir haben dieses den herrn fursten und standen vorzubringen und auf dero aussacz zustellen uns anerboten, damit er herr canzler, wie wir vermerken konnen, nicht zum besten content gewesen.
Den 7. Juni haben wir uns des concepts mit denen herrn deputirten geeiniget, und ist solches den 8. umb 12 uhr zu mittage von allen teilen besiegelt, unterschrieben, das eine exemplar fur die kgl. Mt, das ander fur die herrn deputierten bei der canzlei behalten, das dritte aber, so unter nro 51 beigeleget, uns zugestellet worden. Darauf wir auch alsbald von den herrn laudoffiziren und deputirten unsern abschied genohmen.
Weil aber auch bei dieser tractation herr doctor Khaufer, herr D. Eisen ["Eysen" budysinska a videnska kopie.] und herr D. Molander ["Melander" budysinska a videnska kopie.] grosse muehe gehabt, und die herrn abgesandten aus Lausitz einem jeden ein gratial geton, so haben wir sie zwar gleichergestalt auf etwas vertrostet, jedoch den aussacz und was die Verehrung sein soll, E. L anheitnbgestellet und solches bei dieser zuesambenkunft zu befodern uns anerboten.
Den 9. Junii haben wir uns von Prag wieder auf die reise gemacht....
Datum Prag den 9. Junii anno 1611.
Posledni z techto vseobecnych relaci o jednani s deputacemi privtelenych zemi je zprava vyslanych hornoluzickych ze dne 6. cervence. Jiz nadpis ukazuje, ze je to spis oficialni:
Relation unser, von den herrn landstanden des marggraftumbs Oberlaussnicz zue dem auf den montag nach Quasimodogeniti, als den ailften Aprilis, anno etc. 1611 ausgeschribenen generallandtag nach Prage abgefertigten gesandten.
Relace zacina "Demnach auf allergn. begehren der Rom. kais. Mt" a podava nejdrive obsah instrukce [Viz cely text teto instrukce c. 614 ze dne 8. dubna.], podle niz se vyslani bez prodleni vydali na cestu; 14. dubna vecer se sesli v Zitave a 17. dubna rano v 10 hodin dorazili do Prahy. Hned se hledeli orientovati a dovedeli se, ze cisar predlozil 12. dubna stavum nekolik artikulu, odstoupil vladu krali Matyasovi a zadal, aby byl korunovan a za krale prijat. Sesli se tedy, jak pravi relace, hned odpoledne a radili se, zda maji sve poverujici listy odevzdati, zda maji jiti k ceskym stavum drive, nez prijdou vyslani "predchazejicich" zemi, a kdo z nich ma miti slovo. Rozhodli se, protoze Slezane jeste neprisli, ze neodevzdaji jeste poverujicich listu,
"aber sich bei den stenden der chron Bohaimb angeben und bitten lassen, sie wollten es nicht ubel vormerken, das wier sich in publico noch zur zeit bei ihnen nicht einstelleten, weil anderer vorgehenden lande abgesandten noch nicht zur stelle, und man ihnen nicht gerne vorgreifen wolte, jedoch inmittels zu entbieten, das sie uns, do moglich und soviel ihnen vorantwortlich, ihre consilia erofnen, auch die proposition und, was darzue gehorig, communiciren, darmit wir uns darinnen zu ersehen und so viel desto mehr ad publicas deliberationes gefast machen konten.
Byvse 18. dubna se svymi vecmi odkazani na nejv. sudiho Adama ml. z Valdstejna a davse mu svou omluvu prednesti po dru Lucke, byli od neho uvitani a upokojeni, ze nic nezanedbali, a ze jim oznami, ceho bude treba. Tak vypravuje relace, jejiz obsah bude nadale takto reprodukovan ve vytahu a jejiz dulezite stati budou v puvodnim zneni otisteny.
Dne 19. dubna rano zase k nim prisel dr. Lucke a vyrizoval jim od nejv. sudiho, ze cesti stavove vcera byli pohromade az do 4 hodin a kdyz sjeli dolu, hned sli ke krali s relaci o nekterych vecech a zustali tam do 7 hodin, "das er also unser bei den stenden nicht gedenken konnen, solte aber gewiss diesen tag geschehen".
Dne 20. dubna prisel Ehrenfried Minkwicz od cisare se vzkazem, aby se mu presentovaly tri osoby z Hornoluzicanu.
Relace tu prozrazuje, ze zemsky hejtman luzicky Kaspar Meczerad je jejim autorem, nebot pravi o Minkwiczovi ze prisel "zu mir landeshauptmann". Z dalsiho vidime, ze nebyl autorem sam, ac ma jakozto vudce vypravy za tuto uredni relaci odpovednost.
Vyslani [ze slechty] povolali k sobe vyslane mestske a na jejich radu, aby se netrhli, sli vsichni "na sal" cekat na audienci. Ani tohoto dne ani zitra k ni nedoslo, nebot cisar mel obtizny katarrh.
Dne 21. dubna, kdyz byli u moravskeho zemskeho hejtmana, poslali k nim cesti stavove tri osoby: Radslava Vchynskeho ze stavu panskeho, ze stavu rytirskeho hejtmana litomerickeho kraje Udrckeho a jednoho ze stavu mestskeho. Prisli vecer o pul seste s pratelskym pozdravem ceskych stavu a s podekovanim, ze hornoluzicti stavove vypravili vyslane do Prahy. Pote se zase vyslani hornoluzicti podekovali za pratelske prijeti a oznamovali, ze se stavove hornoluzicti ceskym stavum "als ihrem vornembsten mitgliede sich diespals zue accommodiren wunschten", ze si preji, aby nepokoje v kralovstvi Ceskem byly odstraneny. Chteji k tomu prispeti a miti s ceskymi stavy dobrou "korrespondenci". Az je zavolaji do sveho stredu vedle druhych "predchazejicich" zemi, chteji se "gebuhrlichen" dostaviti a vyslechnouti, co jim prednesou.
Protoze tehoz vecera prijel vevoda Jan Kristian se slezskymi vyslanymi, odebrali se k nim Hornoluzicane 22. dubna rano s pozdravem, odevzdali poverujici list, prali zdaru a podle ulozeni hornoluzickych stavu nabidli sve sluzby a zadali o radu. Vyslani slezsti jim podekovali, slibili duvernou "korrespondenci", jak maji narizeno svou instrukci, a pratelstvi.
Dovedevse se tehoz dne odpoledne, ze slezsti vyslani zadali za audienci u cisare, vypravili dva ze sveho stredu, a to zemskeho hejtmana hornoluzickeho a syndika budysinskeho k nejvyssimu komornikovi Proskovskemu, aby ji take obdrzeli.
Dne 23. dubna rano k nim Proskovsky poslal, aby byli v 8 hodin v antikamere. Ucinili tak a nasledovali slezske vyslane, kteri byli drive prijati. Po skonceni slezske audience povolal je Proskovsky k cisari. Cisar stal u stolu potazeneho cervenym sametem a podal kazdemu z nich ruku.
Nachmals ist durch mich den landeshaubtman auf vorgehende beratschlagung und an suchen meiner andern mitconsorten dergestalt der mundliche Vortrag geschehen.
Allergnadigister kaiser, konig und herr, zue gehorsambsten volge E. kais. Mt allergnedigisten anordnung haben die stande des marggraftumbs Oberlaussicz zue ausgeschriebenem generallandtage uns alleruntertenigist abgefertiget und tuen E. kais. Mt ihre gehorsambste alle[r]untertenigste dinste offeriren, darneben E. kais. Mt von Gott dem allmechtigen bestendige leibesgesundheit, gluckseelige langwirige regierung und sonsten alle heilsambe wohlfahrt treulichst wunczschen. Und nachdem sie vernohmben, das E. kais. Mt ihnen neben andern lande abgesandten eczliche artiggel zue proponiren [geruhen], als wollen wir dieselben mit untertenigster reverenz anhoren, mit der herrn fursten und stende in Schlesien abgesandten, als dem vorgehenden stande, uns unterredet! und uns hierauf alleruntertenigsten gebuhr erzeigen, darneben auch E. kais. Mt gehorsamiest respectiren.
Es geruheten sich aber E. kais. Mt allergnedigist zu erinnern, was derselben die gehorsamen stande vor artiggel und gravamina ungefehr vor anderthalben jahren, insonderheit den majestetbrief und liberum exercitium religionis belangende, untertenigist vorgebracht, darauf sie aber ungeacht aller untertenigsten vielfaltigen anhaltens, auch grosser aufgewandten unkosten noch zue zeit gnedigist nicht beschieden. Als bitten E. kais. Mt die gehorsambsten stende, Sie geruhen dieselben auf obgedachten artiggel mit einer ersprusslichen, nuczlichen resolution schleunigst und gnedigst zu versehen, dies seind umb E. kais. Mt die gehorsambsten stende alleruntertenigist zu verdienen jederzeit bereitwilligst und schuldigst, wie sie sich dan zue E. Mt kaiser- und koniglichen gnaden gehorsambst entpfehlen tuen.
Darauf ist das credenzial ubergeben worden, und haben ihre Mt den obristen canzler zue sich erfordert, ihme, was uns zue antworten sei, selbsten mundlichen befohlen, und ist von obristen herrn canzlern volgendergestalt die antwort vorgebracht:
Ihre kais. Mt nehmen zu gnedigisten gefallen an, das die stende ihres mittels personen abgefertiget, und sich abgesandte gehorsambst eingestalt, und weil sie dann eczliche artiggel ihnen zue proponiren in Vorhabens, als wolten ihre Mt sie ermahnet haben, sich hierinnen als treue, gehorsambste Untertanen zu erzeigen, ihr kais. Mt autoritet respectiren und dieselben bestes befordern helfen, das ubrige wolten ihr kais. Mt in consideration nehmen und so viel als billich sich gegen den stenden gnedigist resolviren.
Darauf seind wier wiederumb abgetreten, uns in unser losament begeben und alsobald herr D. Luckhen zue uns erfordert, ihme committiret, uns bei ihr kgl. Mt zue Ungern obristen camberherrn herrn von Meggaw auch anzuegeben und neben praesentirung unsere willige dinste zue bieten; ihr Gn. wolten uns bei ihr kgl. Mt zue Hungern gleichsfals zuer audienz befordern. Der herr von Meggaw hat uns hierauf zu entbieten lassen, wolte es willig und gerne tuen, besorge aber, es wurde vor rnontages schwerlich sein konnen, solte uns die zeit zue wiessen gemacht werden.
Sontag abents, den 24. Aprilis, haben ihr kgl. Mt zue Hungern deroselben camberdiener neben noch sonsten einem hofediener zue uns in unser losament geschickt und uns auf morgenden tag fruhe umb halbe wege neun eine stunde zur audienz bestimmet. Derowegen wir uns den 25. Aprilis fruhe alsobald zur bestimbten stunde in die Alte Stadt in ihr kgl. Mt losament und anticameram vorfuget, und als wir dahin komben, seind gleich bei ihr kgl. Mt die herrn schlesischen abgesandten albereit gewesen und audienz gehabt. Als sie herauskomben, hat herr obrister herr camberherr, herr von Meggau alsobald nach den oberiaussiczischen gesandten gefraget und zue ihrer kgl. Mt hieneingefuhret. Ihr kgl. Mt, als wier ins zimber komben, haben mit abnehmung des ungerischen huts das haubt etwas entblost und seind in einem ungerschen habit an einer tafel mit rotem sammet uberzogen gestanden, einen jedwedem die hand geboten, darbei gewesen herr bischof Glossell, herr Ladislaw Poppell, landcammerer in Mahren, herr Carl von Zierotin, landeshaubtman in Mahren. Darauf ihrer kgl. Mt durch mich den landeshaubtman auf gehaltene deliberation und ansuchen der andern abgesandten nachvolgender Vortrag geschehen:
Grossmachtigister, gnadigister konig und herr. Nachdem die Romische kais. Mt, unser allergnedigister herr, die stende des marggraftumb Oberlaussicz zue angestaltem generallandtag durch ihre abgesandten zu erscheinen allergnedigist erfordert, als haben sie uns gegenwertigen unter andern commitiret, sich auch bei E. kgl. Mt gehorsambst zue praesentiren. Und tuen E. kgl. Mt obgedachte stande des marggraftumbs Oberlaussicz ihre untertenigste gehorsambste dinste offeriren, auch von Gott dem allmechtigen bestendige leibesgesundheit, langes leben, gluckselige regierung und sonsten alle heilsame Wohlfahrt traulichst wunczschen. Haben auch darbei gar gerne vernomben, das E. kgl. Mt in dies konigreich Bohaimb sich personlich eingestalt, die entstandene unruhe durch ordentliche, bequeme mittel zue stillen, bitten von Gott, als dem Ursprung alles guten, das E. kgl. Mt intent und vorhaben zue Gottes ehren, E. Mt und des hochloblichsten hauses Osterreich unsterblichem ruhm, zu erhaltunge friede und ruhe, zu erspriesslichen aufnehmung und gedeien der cron Bohaimben und derselben incorporirten lande gereichen moge, mit untertenigsten ersuchen, E. kgl. Mt geruheten uns als unwurdigen abgesandten, soofte es vonnoten, und E. Mt gelegenheit sein wird, gnedigisten zuetriet und audienz zu verstatten und Ihnen alle der stende obliegen und angelegenheit in kgl. gnade gnedigist recommendiret sein lassen, auch der stande bemeltes marggraftumb Oberlaussicz und unser gnedigister konig und herr sein und bleiben. Das seind umb E. kgl. Mt wier neben den stenden untertenigist und gehorsambst zu verdienen bereitwilligst und schuldig, tuen auch hierbei an E. Mt lautendes gehorsambstes credenzschreiben mit untertenigster reverenz ubergeben und zue E. Mt kgl. gnade uns gehorsambst entpfelen.
Darauf ihr kgl. Mt obbemelte ihre anwesende rate zue sich erfordert, mit ihnen deliberiret und durch herrn Ladislaw Poppelln, landcammerer in Mahren, uns derngestalt beantwortet:
Das sich die kgl. Mt wegen des getanen wuntzsch und angebotenen dinste bedanken tuen, weren den stenden und abgesandten in kgl. gnade wohlgewogen und hetten sich auf der stende der cron Bohaimb embsieges ansuchen alhier in Bohaimb gnedigist eingestalt, die entstandene ungelegenheit zue stillen, wie sie dan albereit mit vleiss darauf bedacht weren, darmit das konigreich Bohaimb wieder zue ruhe und friede gebracht werden mochte. Soviel die gebetene audienz belanget, solten sich die abgesandten gehorsamist vorsehen, das auf ihrer ferner ansuchen ihnen dieselbe nicht vorsaget, sondern ihnen, sowohl den sambtlichen standen, alle kgl. gnade in allen ihren obliegen wiederfahren solte.
Darauf haben sich abgesandte gegen ihre kgl. Mt wegen der gnadigisten antwort gehorsambst bedanket und sich und ihrer principalen zue ihrer Mt kgl. gnade untertenigst und treulich entpfholen.
Als wier auch unsern abtrit genomben, haben ihr kgl. Mt viederumb das haubt etwas entblost.
Tehoz dne, 25. dubna, prisli k vyslanym hornoluzickym vyslani dolnoluzicti ("einesteils") a odevzdali poverujici list s omluvou sveho zdrzeni a s oznamenim, ze tu nejsou jeste vsichni, nabidli dobrou "korrespondenci", nacez jim bylo podobne odpovedeno.
V utery 26. dubna poslali k Hornoluzicanum asi v 10 hodin cesti stavove Radslava Vchynskeho a jednoho ze stavu mestskeho. Omlouvali se, ze jich, majice jine dulezite veci, jeste nepovolali. Hornoluzicane je prosili, ukazujice na sve znacne vylohy, aby se starali, aby se uz zacalo jednat, a prali vseho zdaru ku prospechu stavu ceskych, zemi vtelenych a miru. Tehoz dne odpoledne odtahl kral Matyas v pruvodu asi 2000 koni a dvou praporcu "knechtu" ze Stareho mesta na Hradcany a ubytoval se v dome Kristofa Popela z Lobkovic.
Dne 28. dubna vecer poslal Radslav Vchynsky Hornoluzicanum vzkaz, ze cesti stavove odeslou k nim zitra mezi osmou a devatou hodinou nekolik osob, ktere je dopravi na hrad k ceskym stavum. Maji pry se "einheimisch halten", nac je upozornil take zemsky hejtman moravsky, ktery jim byl pri tom i pri jinem napomocen radou a podporou:
Den 29. ungefehr umb 10 uhr haben die herrn stende in Bohaimb zweene herrn, als herr Radislaw Khynsky, herrn Jaroslaw von Kolowrat, und zweene vom adel und zweene aus dem burgerstand zue uns herunter in unser losament geschickt und uns ersuchen lassen, wier wolten uns herauf aufs schloss in ihr mirtei vorfugen und, was sie also proponiren wurden, anhoren. Derowegen wier uns alsobald neben ihnen aufgemacht, sie uns vorangefahren und nachmals bis in die landstube begleitet. Als wier in die landstuben komben, seind die herrn schlesischen gesandten albereit darinnen gewesen, die herrn mahrischen aber ein abtriet begehret gehabt und bei der landtafel gewesen, und als sie wieder hereinkomben, etwas in bohemischer sprach den stenden in Bohaimb vorbracht. Nach Vollendung desselben hat herr obrister burggraf, herr Adamb herr von Sternberg, gleichsfals in bohemischer sprach die abgesandten aus Mahren, Schlesien, Ober- und Niederlaussicz volgender gestalt angeredet, welches nachmals durch den secretarium, herrn Johan Plateis, vordeuczschft] worden.
Es teten sich die stende der cron Bohaimb nachmals dinstund freundlich bedanken, das auf erforderung der kais. und kgl. Mt wie auch auf ihr dinstund freundliches ersuchen sich die stende obgesaczter lande, als Mahren, Schlesien, Ober- und Niederlaussicz, so gnadig, gunstig und freundlich erzeiget und also ansehenliche gesandten hierauf gefertiget. Die Ursachen aber der erforderung und freundlichen ersuchen weren vornemblich diese:
Das den gesandten allerseits wiessende, was vor ein schendlichen einfal das passauische kriegesvolk in das konigreich Bohaimb getan und noch darinnen verharret, derowegen wohl von noten zue deliberiren, wie gedachtes volk aus dem lande geschaft werden mochte. Weil aber ihr kgl. Mt zue Ungern mit gedachtem passauischen volk zue tractiren gnedigist auf sich genomben und zu vorsuchen geruhen, ob dasselbe in guten konte abgeschaft werden, als Hesse man zwar diesen artiggel an seinen ort anjeczo gestellet sein.
Vors ander, so konnen die stende der cron Bohaimb den abgesandten der incorporirten lande nicht verhalten, dass die Rom. kais. Mt etc. an sie die stende gnedigist begehren lassen, deroselben geliebsten herrn bruder, konig Matthiam zue Ungern, auch zum konige zue Bohaimb anzunehmen, zu erwehlen und zue cronen.
Wie sie jedes landes abgesandten also auch uns diesfals eczliche unterschiedene schrieften, als die geschehene proposition, artiggel und beiartiggel, auch ihre darauf gegebene antwort, so sub nro 3, 4, 5, 6 [Srovn. c. 40, 53 a dalsi, 81 a 113.] zu finden, zuegestellet und ihnen ihr gutbedunken, do moglich noch selbigen tages, darauf zuekomben lassen gebeten, und das vornehmblich aus zweien Ursachen, das albereit 17 tage furuber, als die proposition geschehen.
Vors ander, das auf den 12. Maii die cronung zum konige in Bohaimb ihr kgl. Mt Matthiae in Hungern albereit angestellet, inmittels aber noch eczliche artiggel zue deliberiren, darzue die zeit kurz, darauf zwar die mahrischen und schlesischen gesandten geantwortet, das sie die Sachen in rat ziehen und aufs ehist als moglich ihre erklerung hierauf zue tuen nicht unterlassen wolten.
Wier haben aber erstlich den stenden in Bohaimb von E. Gn. den herrn und Euch die gewohnliche salutation und dinst vormeldet, und das E. Gn. die herrn und Ihr auf gnedigistes begehren der Rom. kais. Mt, auch ihr der stande freundliches ersuchen uns zue diesem generallandtag abgefertiget, neben ihnen und andern vor- und nachgehenden incorporirten landen die proposition anzuehoren. Weil uns nun von ihnen den stenden in Bohaimb die proposition neben andern schrieften zuegestellet worden, als wolten wier dieselben ubersehen und aufs ehist moglich uns darauf einer antwort entschliessen. Wie wir dann zue legitimirung unserer Personen ihnen hierbei neben ein credenzial beiverwarter abschrieft sub nro 7 [Srovn. podobne poverujici listy o c. 616 - 618; patrne podobne jako c. 618 znel poverujici list adresovany stavum ceskym, ktery se nezachoval.] gemess von unsere[n] principalen und uns uberantworten teten, uns ihnen darneben dinstund freundlich recommendiret. Hierauf herr obrister burggraf den abgesandten ferner angezeiget, es wurde ihnen oben ein zimtner zue ihrer beratschlagung eingereumet werden, solten dieselben einnehmen, und dahien wurden uns aus der stande in Bohaimb mittel eczliche begleiten, welches auch geschehen und zue obr[isten] uber der landtafel jedes landes abgesandten, also auch uns ein besonders zimmer angewiesen worden. Und weil es albereit spat und umb 3 nachmittage gewesen, seind die herrn schlesischen gesandten herunter gefahren, wir ihnen gevolget, und also diesen tag in der stende in Bohaimb mittel nicht wiederumb komben.
Wier haben aber nichtsdestoweniger wegen der uns zuegestallten proposition und andern darbei befindlichen schrieften mit den herrn schlesischen gesandten, welche uns bei allen vorfallenden gelegenheit, nicht allein in diesem, sondern andern nachfolgenden puncten alle gnadige freundliche beforderung erweisen, mit rat und tat beigewohnet, auch alle gute vortreuliche correspondenz erzeiget, noch desselbigen tages Unterredung gehalten und daraus befunden, das sich die stande in Bohaimb in derer bei ausschreibung des generallandtages ihrer kais. Mt ubergebenen supplication vor das haubt intituliret und derogestalt die andern lander nur als provincias accessorias halten, auch die election gleichsamb vor sich Selbsten vor die hand genomben, ein tag zur cronung, unersucht der incorporirten landen, albereit angestellet und also dieselben fast genzlich von der election ausschliessen wolten.
Was nun diese artiggel belanget, ist in gehaltener conversation befunden worden, das den stenden in Bohaimb vor dieser zeit bei allen actibus und generallandtagen diesfals wiedersprochen worden, indem man den konig allein vor das haupt und nicht sie erkennet. Wegen des voti in electione hette man auch mit ihnen zue salvirung der incorporirten lander freiheit allewege controversiret. Derowegen man zwar anfangs der meinung gewesen, sich wegen des haubtspuncts in keine schliessliche antwort einzuelassen, bis zuvor der artiggel wegen des voti in electione erlediget, weil aber hierinnen allerlei bedenken vorgefallen, und wir vernomben, das ungeacht die von den stenden in Bohaimb auf die bahn gebrachten puncten die herrnschlesischengesandten mit ihrer erklerung haubtsachlich zuvorfahren undihrkgl.Mtkonig Matthiam vor ihren konig zu erkennen, zu erwehlen und darfur zue halten gesonnen, jedoch nichtsdestoweniger die oben angezogene von den stenden in Bohaimb eingebrachte artiggel, das sie sich des haubt intituliret und die election allein vor sich vorgenomben, darauf auch einen tag zue chronung angestellet, stadtlich zue wiederlegen in willens, die abgesandten des marggraftumb Mahren auch wegen des haubtwesens in simili sich categorice erkleret, als haben wir auf andere vorgehende lande vermog habender instruction billich ein respect gehabt, also unser votum auch dahin formalisiret und in die election hochstgedachter kgl. Mt, doch mit gewiessenconditionibus und reservatis, wie in abgegebenen voto sub nro 8 zue befinden, consentirei, wie auch, was in der stende in Bohaimb schrieften den herrn stenden des marggraftumbs Oberlaussicz praejudicirlich zue sein befunden, in gedachtem voto wiederleget. [Srovn. c. 221 ze dne 30. dubna.]
Demnach uns nun erstlich die contenta der mahrischen abgesandten voti, welches zwar in bohemischer sprach abgegeben worden, durch den obristen herrn burggrafen aber uns in einem extract vordeuczscht zuegeschickt, auch der ["die" v rk.] herrn schlesischen gesandten votum auf ihr beschehenes anhalten und folgendes zwischen den stenden in Bohaimb und abgesandten aus Mahren gehaltene deliberation durch herrn secretarium Plateisz publice in der landstuben abgelesen worden, so haben wier auch unser vorfastes votum den 3. Maii den herrn stenden in Bohaimb aingeantwortet, welches auf unser ansuchen gleichermassen publice abgelesen worden.
Nach Verrichtung dieses alles hat herr obrister burggraf vermeldet, die stande in Bohaimb wolten unsere abgegebene vota in consideration nehmen und aufs ehist moglich uns wiederumb darauf beantworten.
Den 1. Maii zuvor ist mir landeshaubtman durch wohlgedachten herrn Ehrenfried von Munckwicz angemeldet worden, ich solte mich den 2. Maii, als morgenden tages, fruhe umb 8 uhr in die anticameram begeben, ihre Mt weren gesonnen, mit mir selbsten personlich zue reden, dem ich auch untertenigste volge zue leisten mich schuldig erachtet, solche ihr kais. Mt begehren den andern oberlaussiczischen abgesandten angedeutet und mich volgendes [tages] zue bestimbter zeit umb 8 uhr in der anticamera finden lassen.
Es haben aber ihr kais. Mt herrn Joachim von Malczann und herrn Christophoro Hentschenn, syndico zue Bresslaw, zugleich neben mir gedeute audienz bies umb zwei nachmittage vorschoben. Derowegen wir in bemelter stunden in anticamera aufgewartet, und halbwege drei ist herr obrister camberherr, herr Proskowsky zue uns komben mit Vermeidung, ihr kais. Mt wurden uns ihre mainung in schrieften ubergeben, solten demnach nicht viel wort gebrauchen, hierauf in der kais. Mt zimber gefuhret, und als wir gar nahe zue ihr kais. Mt treten mussen, haben ihr kais. Mt volgendergestalt uns personlich angeredet: "Ihr wust, was es jeczunder mit mier vor ein zuestand hat, derowegen habe ich Euch meine notturft hiermit in schrieften ubergeben wollen, mit ermahnung, das Ihr dieselben erwegen und Euch hierauf untertenigsten gebuhr nach erzeigen wollet, das will ich in kaiserlichen gnaden gegen Euch wiederumb bedenken", und darneben das handbrieflein, welches sub nro 9, zu vormerken aingestellet. [Viz c. 246.] Darauf herr Malczann mit kurzen worten geantwortet, das ihr kais. Mt gnedigiste schrieft wier mit untertenigster reverenz angenomben, wolten solche den abgesandten communiciren, die wurden sich gegen ihr kais. Mt untertenigist erkleren.
Dieses, was nun von ihr kais. Mt obgedachten drei personen eingehendiget, ist den andern abgesandten von mier dem landeshaubtman in continenti referiret, darauf die deliberatio vorgenomben und nachvolgende quaestiones beratschlaget.
Ob Schlesien und Laussiez die generallandtagesproposition angehe, und sie sich derselben teilhaftig machen solten, und ist dahin geschlossen worden, man konte sich von der generalproposition aus nachvolgenden erheblichen Ursachen nicht abwendig machen lassen:
Erstlich sei man von der kais. Mt zue einem generallandtage und zue keinem specialwerk erfordert worden.
Vors ander sei bei der ersten mundlichen audienz uns von keiner andern absonderlichen proposition andeutung getan worden.
Vors dritte, obwohl ihr kais. Mt in der generalproposition ihr eczliche artiggel vorbehalten, die sie den stenden in Bohaimb und abgesandten der incorporirten lande vorzuebringen in willens, so haben sie doch volgendes solche specialpunct auch ubergeben, darinnen dann ausdrucklich zue befinden, das ihr kais. Mt von der regierung abstehen, auch ihr darinnen reserviren, das ihr kgl. Mt die schulden, so auf dem konigreich Bohaimb und den cedirten landen stehen, ohne ihr kais. Mt burgen bedrengnus zahlen sollen.
Zum virten sei die proposition in loco ordinario vom obristen burggrafen aller incorporirten lande abgesandten ervolget, und von keinem Specialantrag meidung geschehen.
Zum funften, do sich Schlesien und Laussiez der generalproposition nicht teilhaftig machen solten, wurden sie dardurch ihre freiheit und liberum votum in eligendo rege vorscherezen, dieweil leichtlich abzuenehmen, das die stende in Bohaimb einen weeg wie den andern mit der coronation wurden vortfahren, derowegen ganz und gar nicht zue raten, das sich Schlesien und Laussiez von den stenden in Bohaimben absondern und trennen solte, und wanten hierinnen vornemblich diese hochwichtige rationes zu erwegen:
Erstlichen konte die trennung nicht geschehen propter unionem et incorporationem, dann die lander weren der chron Bohaimb dergestalt einverleibet, wie die membra hominis dem corpori. So wenig nun ein glied vom leibe ohne vorleczung des andern konte abgeriessen werden, so wenig konte Schlesien und Laussiez von dem konigreich Bohaimb absque summa laesione, damno et jactura abgeschieden und getrennet werden.
Vors andere wurde diese trennung, wie die privilegia laufen, weil in denselben klerlich zue befinden, das nun und zue ewigen zeiten die furstentumb Schlesien und marggraftumber Ober- und Niederlaussicz in keinerlei weise noch wege solten von der chron Bohaimb abgesondert werden, welches privilegium auch vom kaiser Ferdinando hochloblichster gedechtnus ist bestettiget worden.
Vors dritte wurde die trennung nach gelegenheit der iezigen zeit den landern Schlesien und Laussiez zue eussersten vorderb, schaden und nachteil geraten, indem sie nicht allein ihrer freien wahl beraubet, sondern zue besorgen, das konig Matthias neben den stenden in Bohaimb und marggraftumb Mahren sie mit heresmacht uberziehen und sie mit gewalt, weil sie sich keines schuezes zue getrosten, wiederumb zuer incorporation und in ein corpus bringen; dergestalt dorfen die lander alle ihre privilegia und freiheiten vorscherzen und genzlich sub iugum redigiret werden.
Vors vierte, obwohl ad partem vorgegeben werden wolt, das ihr kais. Mt in dem landtagesvortrag die abtretung Schlesien[s] und Laussiez nicht gemeinet haben solle, so ist doch aus der proposition und den beiartiggeln ein anders zu vornehmen.
Vors funften solte ainige trennung ervolgen, so muste auch nova forma reipublicae constituiret werden, hierzue dann nicht ein oder zwei, sondern mehr jahr wurden vonnoten sein, zue geschweigen, das es fast ein unmoglich werk sein wurde, und in omnem eventum, weil ihr kais. Mt bei hohen alter, do ihr Mt todesfal mit einfiele, nicht wurde perpetuiret werden konnen.
Vors sechste solten die lander getrennet werden, musten auch alle schulden, so auf Schlesien und Laussiez haften und wegen derer, so sich in burgschaft vor ihr kais. Mt eingelassen, von den landern bezahlet und abgetragen werden, welches ein unmogliches, hochverderbliches wesen sein wurde.